"Cyber Flashing"

"Das ist ekelhaft!" - Warum dieser Mobbing-Trend für Frauen so gefährlich werden kann

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Immer mehr Frauen erhalten ungefragt sexuell anstößige Bilder von Fremden.

Ein neuer, fragwürdiger Trend ist im Kommen, der Frauen indirekt für die eigenen Begierden missbraucht. Was es damit auf sich hat, erzählen jetzt betroffene Frauen.

Seit einigen Jahren schon geraten Promis ins Kreuzfeuer, deren Smartphones gehackt wurden und so Nacktfotos ins Netz gelangen. Zudem gibt es immer wieder Gerichtsfälle, in denen Sex-Videos junger Frauen von Ex-Freunden im Internet hochgeladen und schließlich angezeigt wurden. Doch nun scheint ein neuer, fragwürdiger Trend die Runde zu machen, bei dem Männer ungefragt an fremde Frauen sexuell anstößige Fotos via Mobiltelefon verschicken.

"Cyber Flashing": Sind Penis-Fotos schon sexueller Missbrauch? Frauen berichten

Diese versuchen, die Fotos ihres besten Stücks und/oder während des Onanierens über einen Apple-Service namens AirDrop mit den Frauen zu teilen. Ist das WLAN und Bluetooth der "weiblichen Zielperson" eingeschalten, gelingt so eine schnelle Datenübertragung zwischen Apple-Geräten im Umkreis von neun Metern. Das Gruselige daran: Der jeweilige Nötiger muss also ganz in der Nähe sein.

"Mir wurde richtig schlecht, das war so unangenehm", erzählt Isabella Smith. Die 20-jährige Studentin der Universität Birmingham erlebte so einen Vorfall mitten in der Vorlesung. "Ich hatte davon gehört, dass es das gibt. Aber ich hätte nie gedacht, dass mir das in einem Hörsaal passiert. Das hier soll doch ein sicherer Ort sein." In ihrer Verzweiflung wusste sie nicht, an wen sie sich wenden sollte - und ob sie überhaupt etwas dagegen unternehmen könnte.

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Harmloses "Cyber Flashing" kann schlimmere Konsequenzen mit sich ziehen

Doch nicht nur im Hörsaal, immer mehr Frauen berichten, dass ihnen solch unangenehme Situationen bereits am helllichten Tag im Zug, auf der Arbeit, im Restaurant oder auch in Bars passiert seien. Sie fühlen sich körperlich bedroht, schutzlos ausgeliefert und haben Angst. Professorin Clare McGlynn von der Durham University spricht hierbei von "Cyber Flashing". Sie warnt vor solchen Männern und bestätigt, dass solche Situationen für die Betroffenen auch gefährlich enden könnten: "Es ist unvermeidlich, dass einige dieser Leute später körperlich übergriffig werden und Sexualstraftaten begehen. Zum derzeitigen Zeitpunkt lässt sich aber nicht sagen, wie hoch der Prozentsatz ist."

Und wie eine Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov ergeben hat, handelt es sich nicht um Einzelfälle. So gaben 41 Prozent der befragten Frauen an, schon einmal unaufgefordert sexuell anstößige Bilder im privaten Kreis, über WhatsApp oder auch soziale Netzwerke erhalten zu haben. Das Erschreckende daran: 46 Prozent von ihnen waren damals noch minderjährig. Viele trauen sich aber nicht, die Täter anzuzeigen oder glauben, nicht ernst genommen zu werden.

Umfrage: Männer wissen oft, dass Fotos sexuelle Belästigung darstellen

Experten glauben, dass solch ein respektloses Verhalten die Sicherheit der Frauen in der Öffentlichkeit beschneidet und zur sexuellen Ungleichheit beiträgt. "Was gibt Männern das Recht dazu? Das ist ekelhaft", so auch Lindsay Coldrick, die ebenfalls schon einmal zum "Cyber Flashing"-Opfer geworden ist. "Frauen schicken Männern schließlich auch keine Bilder von ihrer Vulva und Klitoris. Sie denken, dass sie das zu einem Mann macht, aber da irren sie sich gewaltig", erklärt die Therapeutin aus dem britischen York.

Das bestätigt auch die YouGov-Umfrage: So sollen viele der befragten Männer angegeben haben, dass sie verstehen, dass Frauen solche Bilder als verstörend empfinden und sich von ihnen bedroht fühlen.

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sap

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