Ermittler prüfen Nackt-Clip

Skandal-Video aus Englischem Garten: Das sagt die Polizei

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Die Dame auf dem Monopteros.

Der 20-minütige Nackt-Clip aus dem Englischen Garten sorgt für Wirbel in München. Jetzt hat sich auch die Polizei das Video angeschaut.

München - Eine Frau mit auffallend großer Oberweite posiert auf dem Monopteros, dem Wahrzeichen des Englischen Gartens. Dann läuft sie durch den Münchner Park. Zu verdutzten Passanten. Und zu einem Eisstandl. Weil sie - wo sollte sie‘s auch hinstecken - kein Geld dabei hat, bekommt sie ein Eis geschenkt.

Das 20-minütige Video, das vor wenigen Tagen bei YouTube aufgetaucht ist, sorgt für Wirbel in München. Es ist vielleicht als „Kunst“ getarnt (nur deswegen hat YouTube es wohl noch nicht gelöscht, die Frau ist KOMPLETT nackt). Aber vermutlich werden es sich die Zuschauer nicht unbedingt anschauen, weil es künstlerisch wertvoll ist - sondern zur Luststeigerung.

Viele Beobachter sind begeistert. „Warum begegnet mir nie so was Schönes“, schreibt ein User auf tz.de. „Doppel-D!“, konstatiert ein weiterer. Und User „Lumpl“ hat eine dezidiertere Meinung: „Vor 30 Jahren wäre das keine Meldung wert gewesen...Da war das im Englischen Garten Standard ... In Reiseführern scheint das ja immer noch zu stehen. So mancher ausländischer Tourist soll schon enttäuscht von dannen gezogen sein, da es diese ‚Tradition‘ ja nicht mehr gibt ... Jetzt lebt sie wohl wieder auf“, schreibt er smileyreich.

Polizei hat das Nackt-Video geprüft

Allerdings reden wir hier immer noch von Nacktheit in der Öffentlichkeit. Und dass einige unbescholtene Bürger in dem Video gezeigt werden, dürfte diese auch nicht unbedingt begeistern. Was sagt die Polizei dazu? Die Beamten haben den Clip genau unter die Lupe genommen. „Die Kriminalpolizei hat das Video angeschaut und auf mögliche Strafbarkeit geprüft“, so Polizeisprecher Werner Kraus.

Das Fazit der Ermittler: „Nachdem keine sexuellen Inhalte darin vorkommen, ist keine Erregung öffentlichen Ärgernisses gegeben. Man könnte überlegen, ob Belästigung der Allgemeinheit vorliegt. Da müsste sich aber auch jemand belästigt fühlen.“ Entsprechend geht man auch sonst mit Menschen vor, die nackert durch den Englischen Garten rennen. „Wenn die Polizei jemanden antreffen würde, der nackt rumläuft, würde man ihn aufmerksam machen, dass er was anziehen soll. Vor allem, wenn man von jemandem angerufen wird, weil sich jemand belästigt fühlt, hätte man die Ordnungswidrigkeit.“

Nackerte im Englischen Garten gehören ja ohnehin ein Stück weit zur Münchner Kultur - und das seit Jahrzehnten. Wenn die Polizei einfach nur auf Nudisten stößt, die sich in den berühmten Ecken sonnen, dann dürften sie allemal ein Auge zudrücken. Wenn jemand unbekleidet über die Wege rennt, ist das was anderes. Polizeisprecher Kraus: „Wir haben mit Nudisten im Englischen Garten wenig Probleme, es kommt ein-, zweimal im Jahr vor, dass jemand nackt im Englischen Garten rumläuft“, sagt er und betont erneut: „Wenn wir das mitbekommen, wird die Person drauf hingewiesen, dass sie sich bekleiden soll.“

Es ist nicht der einzige Ort in München mit Nackerten - am Flaucher an der Isar gibt es sogar ein geheimes Sex-Treiben, wie tz.de berichtet.

lsl.

Im Video: Stadt beschließt Tunnelbau unterm Englischen Garten

Video: SnackTV


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