Auch Frauen kaufen sich Sex

Ein Mann für schöne Stunden: Intime Einblicke ins Leben eines Callboys

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Intime Einblicke ins Leben eines Callboys.

Ein Mann geht ins Bordell, kauft sich Sex. Täglich geschieht das in Deutschland hunderttausendfach! Auch Frauen kaufen sich sexuelle Dienstleistungen. Sie tun es nur anders:

Das Wort „Hure“ bezeichnet laut Duden eine Prostituierte oder eine „Frau, die als moralisch leichtfertig angesehen wird, weil sie außerehelich oder wahllos mit Männern geschlechtlich verkehrt.“ Ein maskulines Substantiv für „Hure“ gibt es nicht. Der Duden kennt zwar das Wort „Prostituierter“ – in den Sprachgebrauch ist das aber nicht eingegangen. Stattdessen werden Bezeichnungen wie Callboy, Stricher oder Gigolo benutzt. Elias* nennt sich selbst „Escortmann“ – damit bezeichnet er eine seltene Berufsgruppe von Männern, die gegen Geld Frauen begleiten und mit ihnen schlafen. Eine Dienstleistung. Doch wie verhält es sich in der Realität? Kaufen Frauen nur den Sex oder ist es die Suche nach unerfüllter Geborgenheit? HEIDELBERG24** hat mit einem Mann aus dem Internetportal callboy-verzeichnis.com gesprochen:

Das Hobby zum Beruf gemacht

Der 35-jährige Bayer arbeitet seit drei Jahren nebenberuflich als Callboy. Der Mann mit angenehm tiefer Stimme war schon immer ein „in seiner Sexualität sehr freizügiger Mensch“, der gerne neue Frauen kennenlerne, wie er uns berichtet. Man könnte sagen, er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Der finanzielle Aspekt: ein netter Nebeneffekt.

Auf der Werbeplattform präsentiert er sich als naturverbundener, authentischer Gentleman, der Frauen schöne Stunden im Leben bereitet. Seine Fotos zeigen einen brünetten Mann mit dem Dresscode ‚casual chic’, der perfekt gestutzte Bart sorgt für Männlichkeit. Nackte Haut gibt es nicht zu sehen.

Anders als bei gängigen Erotik-Plattformen. Hier räkeln sich Frauen halb nackt, mit billiger Tiger-Unterwäsche, im Rotlicht. Die Betreiber umschreiben die optischen Reize der Frauen mit einer niedlich-obszönen Sprache.

Beim Callboy Verzeichnis hingegen werben die Männer mit den inneren Werten: Elias postet sogar private Schnappschüsse aus seinem Leben.

Die inneren Werte seien neben dem guten Aussehen eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt im Callboy Verzeichnis aufgenommen zu werden, erzählt uns Elias. „Die Optik ist entscheidend - ein Öffner. Aber der Charakter ist das, was die Frauen animiert, wieder zu buchen.

Die Durchschnittskundin

Seine Durchschnittskundin? Die gebe es nicht. Alt, jung, dick, dünn, von der bürgerlichen Mitte bis hin zur Leistungselite. Manche suchen den Kick, andere die Geborgenheit. „Mir ist es wichtig, dass ich die Motivation der Frauen hinter einer Buchung kenne!“ Auch nach dem Treffen können die Frauen Elias noch kontaktieren. Das gehöre zum guten Service dazu. Verliebt sich ein Frau, werden die Treffen eingegrenzt. „Ich bin ehrlich zu den Frauen, wenn es sie voranbringt. Wenn ich zum Beispiel merke: ‚Mensch, die könnte noch mehr aus sich herausholen‘, dann sage ich ihr das auch!‘“ Auch zu einer Auszeit zu den Ehemännern habe er Frauen schon geraten - Frauen glücklich machen, nicht nur in sexueller Hinsicht.

Doch wie läuft so ein Treffen überhaupt ab? Die Damen kontaktierten einen Mann für schöne Stunden auf der Website. Erst wird geschrieben, anschließend folgt ein Telefonat. Erst dann kommt es zu einem „unverbindlichen Treffen“. Unverbindlich deshalb, weil erst nach einem Cafébesuch oder einem Spaziergang entschieden wird, ob es zur einer Buchung kommt oder nicht. „Die Chemie muss stimmen. Ich halte es nämlich für absolut unnatürlich, dass man jemanden bucht, mit dem es dann gleich zur Sache geht. Wir sind Menschen.“ Eine faire Sache für beide Beteiligten.

Buchen kann man Elias für zwei Stunden oder mehr. Auch für Wellness-Urlaube oder Begleitungen zu Kulturveranstaltungen ist er zu haben. Die Treffen scheinen nichts mit dem klischeebehafteten Schmuddel-Image von Bordellen zu tun zu haben. Doch ist Prostitution von Männern im Escort-Service in unserer Gesellschaft dann weniger negativ behaftet? Elias verrät uns, dass sich einige seiner Freunde wegen seines Nebenjobs von ihm abgewandt hätten. Sie bezeichneten ihn als „männliche Nutte“ und fragten: Machst du alles für Geld? Auch eine feste Freundin zu haben, sei bei der Berufswahl so gut wie gar unmöglich. „Das Thema ist zu belastend für eine Beziehung – und die Frauen wollen nicht teilen.

Doch auch wenn dieser Job manchmal Verzicht bedeutet, ist Elias sehr zufrieden. Ein Ende der Escort-Karriere sei nicht in Sicht: „Ich mache den Job, solange er mir Spaß macht!“, erklärt der charmante Mann. Doch mal Hand aufs Herz: Wie verändert einen ein Job, bei dem man mit fremden Menschen so intim wird?

Schattenseiten?

Elias zögert, seine Stimme wird brüchig: „Es gab einmal diese Frau, die mich buchte. Sie hatte Krebs im Endstadium. Wir haben stundenlang geredet. Als ich wieder Zuhause war, habe ich erstmal geweint.“ Der bis dahin karrierefixierte Bayer merkt, was im Leben wirklich zählt, und wechselt seinen Hauptjob. „Diese Erfahrung hat mir so viel gegeben!

Wenn Frauen einen Mann buchen, sind sie selten auf der Suche nach der schnellen Nummer und einem Superhengst mit Tigerschlüpfer. Es geht viel mehr um die Aufmerksamkeit, die Wertschätzung und das Wahrgenommenwerden als Frau.

*Name von der Redaktion geändert

** HEIDELBERG24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

jmb

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