EXTRA TIPP Redakteur im Selbsttest

Auf Erlebnistour beim echten Blind Date

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Blind Dating: Erotik-Coach Christine Janson (Mitte) beobachtet, wie EXTRA TIPP-Redakteur Dirk Beutel und eine Teilnehmerin sich näher kommen.
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Frankfurt – Fühlen, riechen, schmecken: Mit verbunden Augen, ertasten sich sechs Männer und sechs Frauen gegenseitig und lernen sich dabei auf eine ganz andere Weise kennen. Der EXTRA TIPP war bei einem Blind Date im wahrsten Sinne dabei. Von Dirk Beutel

Alles dunkel, nichts zu sehen. Gar nichts. Eine Dame nimmt meine Hand, führt mich sanft an einen Stuhl. Es dauert eine Weile, bis man sich an die verbundenen Augen gewöhnt. Das gilt vermutlich für jeden der sechs Frauen und sechs Männer die beim Blind Speed Dating für Singles mitmachen. Die Idee stammt von Erotik-Coach und Körpertherapeutin Christine Janson. „Mit den Augen bewerten wir Menschen um uns herum viel zu schnell. Wenn wir nichts sehen, nehmen wir äußere Reize viel intensiver wahr und lernen so einen fremden Menschen auf eine neue spannende Art kennen. Auch ohne die eigenen Hobbys zum hundertsten Mal herunter zu beten.“

Fühlen ist das neue Sehen!

Das stimmt! Nicht ein einziges Mal wird über Hobbys gesprochen, was man beruflich macht, oder welche Länder man noch unbedingt bereisen möchte. Man kommt gar nicht dazu, in oberflächlichen Small Talk zu verfallen. Man ist viel zu sehr damit beschäftigt, die Körperoberfläche seines Gegenüber zu erkunden. Fühlen ist das neue Sehen. Äußerlichkeiten sind unwichtig und werden ausgeblendet. Wir werden sowieso täglich mit optischen Reizen bombardiert. Das ist an diesem Abend anders. Hier kann man sich nicht hinter Make up verstecken, oder mit einer teuren Uhr imponieren.

Sind die Berührungen am Anfang noch etwas schüchtern und zurückhaltend werden die Damen in der Runde zunehmend mutiger, das gilt auch für mich. Die Hände wandern über die Haut. Die Arme entlang, sie werden ertastet, gedrückt, gestreichelt, hoch bis zu den Schultern. Das Gesicht wird sanft berührt, die Lippen, die Haare. Dabei kommt auch die Nase zum Einsatz. Schließlich sollte man seinen Partner ja gut riechen können. Das inspiriert so manch einen. Wer den Mut hat, geht auf Tuchfühlung. Im Dunkeln ist schließlich gut munkeln.

Das Flirt-Thermometer steigt im Laufe des Abends

Erst recht, wenn die Erkundungstour mithilfe einiger Spielzeuge an Fahrt aufnimmt. Sei es mit einer Kitzelfeder, einem Schwamm oder einer kleinen Portion Massageöl. Es ist ein Wechselspiel: Mal darf der Mann aktiv werden, mal muss er sich entspannen, zurücklehnen, sich fallen lassen. Alles was zählt, ist der Spaß an der Sache. „Unglaublich, wie schnell man mit einem Menschen vertraut werden kann, ohne ihn zu sehen“, sagt einer der Teilnehmer. Wem das zuviel ist oder zu anstrengend, hat jederzeit die Möglichkeit eine Pause zu machen oder auszusteigen. „Es geht nicht darum, an diesem Abend den perfekten Partner zu finden“, sagt Janson: „Sondern, um eine Erlebnisreise bei der wir Sinne ansprechen, die wir sonst eher vernachlässigen.“

Am Ende werden die Augenbinden entfernt

zum Schluss jeder Begegnung dürfen sich die Teilnehmer sagen, was ihnen gefallen hat und was nicht. Eine gute Gelegenheit, um seinen Charme ins Spiel zu bringen. Das Flirt-Thermometer steigt im Laufe des Abends spürbar. Dabei hat Janson die Teilnehmer immer im Blick und versucht permanent die Spannung hoch zu halten. Wichtig ist, dass niemand mit seinen Berührungen zu weit geht. Auch darauf achtet sie. Dass eine Kennenlernphase ungefähr 20 Minuten dauert, ist im Nachhinein kaum vorstellbar. Je länger das Blind Date dauert, umso mehr schwindet das Zeit-Gefühl.

Am Ende entfernen die Teilnehmer die Augenbinden. Jeder hat die Chance, sich jeden einzelnen nocheinmal kennenzulernen, auch um herauszufinden wie echt der Film war, der sich vorher im Kopf abgespielt hat.

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